BERLIN FASHION WEEK // OUR FAMILY FASHION WEEK DIARY

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Die Berliner Modewoche begann diesmal für meinen Freund Rainer und mich ganz besonders, denn wir waren erst am Montagnachmittag von unserem ersten kurzen Pärchenurlaub nach der Geburt unserer mittlerweile zweijährigen Tochter Luca zurückgekehrt. Wir waren dementsprechend aufgeregt und konnten es kaum erwarten, unser Baby wieder in die Arme zu schließen. Da das Wiedersehen so schön und kuschelig ausfiel, ließen wir das komplette Montagsprogramm mit all den vielversprechenden BBQs und Opening Parties sausen und planten stattdessen gemeinsam die bevorstehende Woche.

Rainer und ich arbeiten seit Jahren in der Modebranche und wollen natürlich beide gern die Shows unserer Lieblingsdesigner besuchen. Als wir noch zu Zweit waren, war es immer einfach, gemeinsam unterwegs zu sein. Mit Kind sieht das nun etwas anders aus und erfordert mehr Planung und Organisation. Da diese Woche ausgerechnet alle unsere potenziellen Babysitter unpässlich sind, müssen wir Luca also ein paar Mal in den Modezirkus mitnehmen, um das zu sehen, was uns wichtig ist. Und genau das ist immer wieder etwas aufregend, auch wenn Luca uns in der Vergangenheit schon ein paar Mal auf ausgewählte Shows begleitet hat und alles ziemlich glatt lief. Nun ist sie aber schon viel größer, kann laufen, laut quatschen und hat eben normale Bedürfnisse einer Zweijährigen. Wir hoffen also das Beste, gehen davon aus, dass schon alles gut gehen wird und wagen uns wieder in das Abenteuer: Fashion Week mit Kleinkind!

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In den vorigen Saisons hatten wir Luca einfach in der Trage dabei, diesmal darf sie aber in ihrem neuen Auto, dem Cybex Priam fahren. Immerhin ist sie mit 13 Kilo allmählich zu schwer, um sie länger umherzutragen. Und so hat sie gleich ihren eigenen Sitzplatz dabei. Abgesehen davon, kann man sie zur Not prima im Wagen wickeln oder sie kann ein Nickerchen machen.

TAG 1 | DIENSTAG

Am Dienstag ging es sehr entspannt mit ein paar Meetings für mich los. Eine der hoffnungsvollsten Modebloggerinnen Maja Wyh stellte im Freunde von Freunden Apartment ihre gemeinsame erste Capsule Collection mit dem Onlineshop Edited vor. Die fünf im Boho-Style designten Teile tragen deutlich Majas Handschrift und waren natürlich sofort ausverkauft. Ich konnte ein gestreiftes Maxikleid à la Brigitte Bardot ergattern, das ich direkt anzog.

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Danach traf ich mich mit der Journalistin Marlene Sörensen auf einen Kaffee. Sie hat im Januar ihr Fashion Week Diary mit Euch geteilt und veröffentlicht im kommenden Herbst ein Modebuch in dem auch ich vorgestellt werde, wofür sie mir ein paar Fragen stellte.

Gegen Mittag hatte ich eine weitere Verabredung in der Olympus PEN Fashion Photo Gallery in der Augustraße, wo man sich für ein paar Tage eine schicke Olympus PEN 7 Kamera ausleihen konnte. Zufällig traf ich auf Ivania von Love Aesthetics aus den Niederlanden – ihrem Blog folge ich schon seit Jahren und bin immer wieder hingerissen von ihrem konsistenten und speziellen Stil. #fanmoment

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Am Nachmittag zogen wir das erste Mal zu Dritt los. Kenzo und Givenchy hatten zu einem schönen Fleckchen an der Havel eingeladen, um ihre Beauty-Neuheiten für den Herbst zu präsentieren. Dort hin ging es mit dem Taxi. Der Priam kam natürlich mit und wir waren erleichtert, dass das Zusammenlegen so unkompliziert ging und der komplette Wagen super kompakt und ohne weiteres in den Kofferraum passte.

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Luca erspähte schon vom Auto aus das glitzernde Wasser und das Hausboot von Dom Perignon. Die Vorfreude war mindestens so groß wie das Gefühl, an diesem ruhigen Ort noch so viel länger bleiben zu wollen.

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Mit dem Shuttle fuhren wir anschließend wieder zurück in die Stadt zum Haubentaucher, wo Cover PR und Olympus PEN zum großen SummerSplash eingeladen hatten. Das Wetter war bis dahin grandios und die Stimmung gut. Ein schöner Ausklang des Tages. Luca hatte Spaß im Sand, freute sich über ein Eis und wir uns über ein Glas Champagner mit Freunden.

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Und dann kam der Regen. Zunächst machten wir es uns unter einem großen Schirm gemütlich, bis dieser irgendwann drohte, davon zu fliegen. In strömendem Sommerregen verließen alle fluchtartig das Gelände und sammelten sich unter Markisen und in Hauseingängen. Luca hatte zum Glück ihren eigenen Unterschlupf, den Cybex Priam, dabei. Und so war sie die Einzige, die trocken Zuhause ankam.

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TAG 2 | MITTWOCH

Hien Le ist eines unserer Highlights der Modewoche und wir freuten uns schon auf unsere erste Show des zweiten Tages. Gemeinsam radelten Rainer und ich bei Sonnenschein zum Kronprinzenpalais, wo Hien seine vom Tennis inspirierten Sommerentwürfe zu einem Hip Hop Mix von Dj Kim Kong zeigte. Der Verzicht auf großflächige Prints tat der Kollektion diesmal sehr gut und die Begeisterung über den neuen Hien war deutlich zu hören und zu spüren.

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Im Anschluss mussten wir uns ziemlich beeilen, um rechtzeitig zur Präsentation von William Fan zu gelangen, der im Stage MeCollectors Room zeigte. Der Catwalk war mit einem Meer aus leuchtend grünen Palmen dekoriert und bildete die perfekte Leinwand für die tollen Looks. Mein Beauty-Herz schlug vor allem bei dem grandiosen Styling höher. Die Haare der Models wurden zu einem eingelegten Zopf zurück genommen und mit großen Schmuckringen aus Jade verziert, die in die Haarknoten eingebunden wurden.

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Für mich ging es danach auf einen Abstecher ins Kaufhaus Jandorf, um mir verschiedenste Installationen von Designern aus dem Zalando Portfolio anzuschauen. Direkt nebenan hat meine Freundin, die Schmuckdesignerin Ina Beissner, ihr Atelier, wo ich kurz auf einen Kaffee vorbeischaute.

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Zurück in Kreuzberg holte ich Luca mit dem Kinderwagen aus der Kita ab. Ein kurzer Besuch auf den Spielplatz und dann ging es für uns mit der U-Bahn zum Zelt am Brandenburger Tor, wo wir auf Rainer warteten. Immer mehr Labels zeigen in diesem Jahr Offsite, deshalb war es mein erster Gang zum Zelt in dieser Saison. Luca fand den Trubel ziemlich aufregend, hatte aber sichtlich mehr Freude daran, nebenan im Tiergarten herumzurennen und den Wagen über die Wege zu schieben.

Dort trafen wir auch wieder auf Søren von The Locals, der ein Foto von uns schoss. Das Bild fanden wir am nächsten Morgen dann auf style.com wieder. Vielen Dank für den schönen Shot!

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Die emotionalste Veranstaltung der Modewoche war wohl die Retrospektive für den Modedesigner Dietrich Emter im Kronprinzenpalais. Die Schauspielerin und enge Freundin des verstorbenen Designers, Julia Malik, lud in kleinem Rahmen zu dem Event ein. Es wurden, begleitet von ruhiger Klaviermusik, einige seiner wirklich schönen Entwürfe aus verschiedenen Saisons an Models und Puppen gezeigt, ergänzt um einen Raum, durch den die dazugehörigen Schnitte von Ventilatoren getrieben langsam verwehten.

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Rainers Tag war noch lange nicht vorbei. Er sah sich noch die Shows von Julian Zigerli und Esther Perbandt an. Ich machte mich zusammen mit Luca auf den Heimweg und musste noch ein paar Sachen besorgen, denn der normale Alltag mit einkaufen, spielen und Essen machen, geht mit einem Kind natürlich auch trotz der Modewoche weiter.

Als Rainer am später Abend die Tür aufschloss, saß ich noch vor dem Rechner und tippte Artikel. Er berichtete begeistert von Julians atmosphärischer Präsentation im Geschichtspark am Hauptbahnhof, den mit Gras “verzierten” Models und dem Soundtrack zur Show, der sich aus tragbaren Mini-Lautsprechern in den Händen der Models kommend, ständig veränderte.

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TAG 3 | DONNERSTAG

Der Donnerstag fing für uns beide entspannt an. Luca war, wie immer, von 9h bis 15h im Kindergarten. Und ich verfolgte am Morgen im Zelt begeistert die Show der diesjährigen Hyères-Gewinnerin und Modedesign-Absolventin der Kunsthochschule Weißensee Annelie Schubert. Ihre drapierten Entwürfe aus verschiedensten Materialien wie Neopren, Tweed, Jersey und Wolle sind einfach grandios. Kein Wunder, dass sie die hochkarätige Jury mit Carine Roitfeld, Caroline de Maigret und Virginie Viard (Chanel) in Südfrankreich überzeugte.

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Danach trafen Rainer und ich uns bei Bobby Kolade. Die Show fand in den Sophiensälen statt, einer Location mit gehörigem Charme, der vor allem aus der Kombination aus freigelegten Stahlkonstruktionen unter abbröckelnden Stuckelementen und von Wänden und Decke abblätternder Farbe und recht unmittelbarer Nähe zum Geschehen auf den Brettern die die Welt bedeuten entsteht.

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Zu elektronischen Klängen und an Models, die auf schmalen Wegen durch bodenbedeckende Glitzer-Konfettis schritten, entfaltete sich ein Feuerwerk aus Farben, Materialen und Details, das sich im Verlauf der Show zu einem großen Ganzen fügte. Bunt, auffallend und unterhaltend waren alle Entwürfe. Ob und wie das meiste tragbar und in den Alltag zu integrieren ist – das ist eine andere Frage, die sicherlich etwas mehr Zeit und ein sensibles Händchen erforderlich macht. Als kreativer Input für das deutsche Mode-Geschehen ist Bobby Kolade jedenfalls Gold wert. Und richtig toll sahen übrigens auch die Haare der Models aus. Grob geflochtene, mit bunten Bändern durchzogene Cornrows endeten in offenen, mit dem Crimper zu fedrigen Strähnen bearbeiteten Mähnen, die bei jedem Schritt wehten.

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Für mich ging es im Anschluss Backstage zu MalaikaRaiss, bei deren Show ich dann Rainer und Luca wieder treffen sollte. Dank erneuter, tatkräftiger Unterstützung unseres lieben Freundes Søren schafften es die beiden inklusive Kinderwagen die Treppen des Palais am Festungsgrabens nach oben. Luca blieb einfach in ihrem Wagen sitzen und genoss die Show in den kurzen Momenten, in denen sie sich von ihrem Eisbecher trennen konnte, den sie dankenswerter Weise gleich zu Anfang überreicht bekam. Uns gab das Gelegenheit, die Show in Ruhe anzuschauen. Pudrige Töne, fließende Stoffe und sommerliche Leichtigkeit mit ordentlich 70’s Flair haben mir große Lust auf den Sommer kommenden Jahres gemacht. Dass ich Fan von Malaika bin, ist aber auch kein Geheimnis mehr.

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Von dort ging es für mich zum nächsten Backstage-Termin bei Perret Schaad, deren Show ich am selben Abend leider verpassen sollte, da ich zuvor bei der Show und anschließendem Dinner von Lala Berlin geladen war. Leylas Show fand auf der Terrasse des Kronprinzenpalais statt. Einige weibliche Gäste inklusive mir waren in Kleidern gekommen oder einfach zu dünn angezogen und mussten noch eine Weile bibbern, denn wir warteten auf Christiane Arp und ein paar andere wichtige Gäste, die aufgrund der DfT-Show über eine halbe Stunde später ankamen. Zum Glück hatten Leyla und ihr Team an alles gedacht, um das Dinner trotz herbstlicher Temperaturen stattfinden zu lassen.

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Auf jedem Platz lagen goldene Rettungsfolien, die nach nur wenigen Minuten ausgepackt und um die Hüften oder Schultern geschlungen wurden. Der Anblick der Frontrow war also diesmal ein ganz besonderer, aber die Stimmung war sehr ausgelassen und das ausgedehnte, orientalisch angehauchte dreigängige Menu war nun auch im Freien ein voller Erfolg.

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Rainer und Luca machten sich von Malaikas Show gemächlich auf den Weg in Richtung der Perret Schaad Location und hatten Gelegenheit, eines der allerbesten Features des Priam auszuprobieren: der Sitz, der zunächst ungewöhnlich hoch erscheint, hat nämlich die perfekte Höhe, um das Kind im Wagen einfach direkt an einen Tisch zu fahren und somit jegliche Kinderstühle in Restaurants obsolet zu machen. Grandios! Leider gibt es hier kein Foto, aber das reichen wir in einem ausführlicheren Testbericht nach.

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Die etwas längere Wartezeit bei Perret Schaad bis zum Beginn der Show wurde Dank des tief absenkbaren Bügels des Priam, der so auf idealer Höhe zum Schieben für’s Kind landet, damit verkürzt, dass Luca bestens gelaunt so manche Runde über die wirklich tolle Location, ein flaches, für den Abend trockengelegtes Kinderplanschbecken schieben konnte. Für Rainer galt es derweil, die versammelten Gäste davor zu bewahren, unter Lucas Räder zu geraten. Die Kollektion selbst zelebrierte den Sommer (der sich für den Abend ja leider rar gemacht hatte) mit maritimen Streifenmustern in Kombination mit pastelligen Blau-, Grün und Pudertönen, ergänzt um ein knalliges Pink und mit elegant fließenden und entspannten Silhouetten. Wäre es warm gewesen, hätte die Show zum Kurzurlaub im Modezirkus geraten können.

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Der Heimweg sollte sich, trotz der fortgeschrittenen Stunde und des ereignisreichen Tages, entspannt gestalten, da Luca bestens vor Wind geschützt in ihrem Lux Seat zur Ruhe kam und bereits schlafend im Sitz nach oben getragen werden konnte. Das ist mit einem 13 Kilo Kind zwar allmählich eine Herausforderung, aber dank leicht abnehmbaren Sitz machbar.

Nach vielen Stunden im Freien, war es dann Zeit sich aufzuwärmen und ich machte mich mit meinen Mädels auf den Weg ins Crackers und später in den Grill, um den Abend ausklingen zu lassen. Die ungeplanten Abende sind ja bekanntlich die besten und so hatte ich auf am nächsten Tag tatsächlich kleinere Probleme, morgens aus dem Bett zu kommen. Zum Glück hab ich dann Rainer, der mit Luca in den Tag startete und mich noch etwas schlafen liess, bis es dann wieder raus ging in den letzten Tag der Fashion Week.

TAG 4 | FREITAG

Ich hatte gleich am Morgen des letzten Tages der MBFWB einen Termin bei meinem liebsten Coloristen Andreas Kurkowitz, auf den ich mich schon die ganze Woche gefreut hatte. Versorgt mit leckerem Essen von Parker Bowles, konnte ich mich in den Stuhl sinken lassen und etwas entspannen. Nebenbei wurde mir die Kopfhaut massiert, die Haare geföhnt und Nägel lackiert. Besser kann man doch kaum in einen Freitag starten.

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Im Anschluss trafen Rainer und ich uns bei der Show von Marina Hoermanseder, die, nicht nur der Masse an wartenden Gästen nach zu urteilen, inzwischen ebenfalls zu einem der unbedingten Highlights der Berliner Fashion Week gehört.

Wieder im wunderschönen Garten des Kronprinzenpalais’ angekommen, erwartete uns ein Laufsteg, der sich auf die breite Treppe hinauf zum Palais ergoss. Klingt spannend? Sah super aus! Leider waren wir so knapp dran, dass wir uns mit Stehplätzen begnügen mussten. Note to self: bei Offsite Shows früher da sein!!!

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Die Kollektion war jedenfalls perfekt. Eröffnet von einem Marina-typischen Showpiece, einem fast halbkugelförmigen Rock aus nudefarbenem, festem Leder, besetzt mit unzähligen Lederblüten in leichten Grün-, Nude- und Fliedertönen zu einem Abricot-farbenem Top, einem Look, der über den gesamtem Verlauf der Show ganz oben auf der Treppe zum Palais zu sehen bleiben sollte. Ergänzt um einen mittleren Blauton und ein leichtes Grau folgender Entwürfe, war hier schon die gesamte Farbpalette der Kollektion zu sehen. Von selbstverständlichen und unbedingt tragbaren Looks bis hin zu skulpturalen Showpieces entspann sich eine geschlossene Kollektion mit einer eindeutigen und hochprofessionellen Handschrift. Bravo!

Und das sollte es für uns gewesen sein.

Wir holen jetzt unser Kind vom Kindergarten ab und machen zum Abschluss der Fashion Week ein schönes Kontrastprogramm: Geburtstag feiern bei Kaffee und Kuchen mit der Familie. Nun heißt es, das ganze Material, die Bilder, die Eindrücke zu sammeln und in Artikel zu fassen. See you next Season!

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– In freundlicher Zusammenarbeit mit Cybex –  

1 Comment

  1. Lisa July 14, 2015 / 4:35 pm

    Schöne Zusammenfassung! Ihr habt ja ordentlich was erlebt mit der Kleinen. Tolle Familie. Lieber Gruss

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