HELLO BABY ♥ ALMA

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Ihr Lieben, auf Instagram habe ich Euch bereits unser jüngstes Familienmitglied vorgestellt – hier aber noch nicht. Verzeiht! So wirklich wollte mein Kopf noch immer nicht die richtigen Worte finden, wie ich die Ankunft und die erste Zeit mit diesem kleinen, wunderbaren Wesen beschreiben soll. Nun ist Alma schon vier Wochen bei uns und die Zeit rennt und rennt seither unaufhaltsam – ich kann mich nicht erinnern, wann sie jemals so schnell verging. In der letzten Woche vor der Geburt jedenfalls nicht – da fühlte sich jeder Tag einfach nur elend lang an und wir wurden von Tag zu Tag ungeduldiger, insbesondere, als der errechnete Termin verstrich und sich einfach nichts rühren wollte. (Natürlich wussten wir, dass der ET nur eine Zahl ist, und Babys einfach kommen, wann sie möchten und alles zwischen der 37. und 42. Woche termingerecht ist, dennoch kann man manchmal gegen die Ungeduld nichts machen. Außerdem ist es mit schon einem Kind zu Hause geradezu eine kleine organisatorische Meisterleistung, wochenlang immer jemanden in Rufbereitschaft zu haben, der das Kind im Fall schnell übernehmen könnte.)

Nicht nur wir waren ganz schön aufgeregt, sondern auch Luca und sie fragte uns jeden Morgen und Abend, wann denn endlich ihr Schwesterchen kommen würde – wir wussten es ja selbst nicht und da sich auch so gar nix ankündigte (keine Übungswehen, kein Ziehen, kein irgendwas) hatte ich nicht mal die leiseste Vorahnung. Hinzu kamen dann noch die all die Fragen von allen möglichen Leute auf allen möglichen Kanälen, wann es denn nun endlich soweit sei. Und ich wurde einfach immer nervöser, obwohl ich sonst eher der entspannte Typ bin. Das ging soweit, dass ich in diesen Tagen überhaupt keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Für mein Seelenheil musste ich mich also von Mails, Instagram, Blog und Whatsapp komplett abschotten, um mich nicht noch mehr unter Druck zu setzen. Das Einzige, was mir noch etwas Ablenkung verschaffte, waren eine neue Netflix-Serie (Danke Jessie für die Empfehlung von Suits!), die ich im Marathon schaute, die Nachmittage im Eisladen und der bevorstehende dritte Geburtstag unserer großen Tochter, den wir nun doch noch als dreiköpfige Familie verbringen würden. Ich hatte mich sogar schon damit abgefunden, dass wir eventuell in Zukunft zwei Geburtstage an einem Tag zu feiern haben, aber auch an diesem Tag wollte sich unser Baby nicht auf den Weg machen.

Dann kam der Freitag, der Tag nach Lucas Geburtstag und es kündigte sich immer noch nichts an. Ich hatte sehr schlecht geschlafen und begann den Tag schon mit Tränen, die nicht trocknen wollten. Ich hätte nie gedacht, dass meine Stimmung so kippen würde, aber ich konnte mir nicht mehr vorstellen, noch länger zu warten und bekam plötzlich erneute Zweifel, ob denn eine natürliche Geburt der richtige Weg für mich sei.

Lucas Geburt war für mich rückblickend doch traumatischer, als ich es mir selbst gegenüber je hätte zugeben wollen. Bis dahin galt für mich schlicht die Devise: „Hauptsache, wir beide sind gesund.“ Aber mit jeder Woche, die dem Geburtstermin unseres zweiten Kindes näher rückte, haderte ich zunehmend mit mir und der (noch immer vagen) Entscheidung, es noch mal auf natürlichem Weg zu versuchen. Irgendwann musste ich mich ja final entscheiden und da ich das alleine nicht so richtig konnte, bin ich unendlich dankbar für die intensive Betreuung, die ich durch meine Beleghebamme hatte. Sissi nahm sich monatelang Zeit, um offen mit mir über die Geburt von Luca und natürlich über Ängste und Wünsche für die bevorstehende Geburt zu reden. Hätte ich sie nicht kennengelernt, dann wäre Almas Geburt wohl sicher ein geplanter Kaiserschnitt geworden. Einfach aus dem Grund, dass ich zu viel Sorge gehabt hätte, dass es, wie bei Luca damals, bei dem Versuch einer natürlichen Geburt Komplikationen gibt und es letztlich auch auf einen Kaiserschnitt hinausläuft. Nach einem 36 Stunden Wehen-Marathon war das damals nämlich der Fall und ich so dermaßen kaputt, erschöpft, enttäuscht und fühlte mich hilflos, wie noch nie in meinem Leben. Und das wollt ich nicht noch mal durchmachen.

Zum Glück habe ich mich dann im Mai meinen wiederkehrenden Zweifeln widersetzt und mich dafür entschieden, es noch mal auf natürlichem Weg zu versuchen. Immerhin hatte ich jetzt die besten Voraussetzungen dafür, dass es klappt: nämlich eine super Hebamme, der ich zu hundertprozentig vertraue und die mich in keiner Minute allein lassen würde. Und so war es auch. Sie konnte mich auch an diesem blöden Freitag aus meinem Loch ziehen und war wie eine gute Freundin für mich da. Eine Fuß-und Handmassage, viele aufmunternde und bestärkende Worte, ein Mittagsschlaf, ein Kontrollultraschall und eine Burrito Bowl später, setzten langsam meine Wehen ein.

Und dann verging alles wie im Flug. Nach anderthalb Stunden im Krankenhaus kam unsere kleine Alma am Samstagmorgen um 3:17 Uhr auf die Welt und direkt zu mir auf die Brust, wo sie zum Glück auch für eine ganze Weile bleiben durfte. Diesen magischen Moment, der mir bei Luca leider verwehrt blieb, möchte ich im Leben nicht missen und werde dafür immer dankbar sein. Seitdem sind Alma und ich und auch der Rest der Bande ein super Team. Wir konnten nach wenigen Stunden in unser eigenes kuscheliges Bett nach Hause umziehen und sind dort auch für viele Tage geblieben. Zwar müssen wir uns, wie mit Luca drei Jahre zuvor auch, erst wieder an die kurzen Nächte, das Stillen, das neue Time-Management usw. gewöhnen, aber das Leben als vierköpfige Familie fühlt sich unfassbar gut und richtig für uns an.

Im Moment brauche ich allerdings noch etwas Zeit, um wieder so richtig am Beauty- und Modegeschehen teilzuhaben. Es sind ja erst vier Wochen seit der Geburt, und zwei fiese Milchstaus inklusive Fieber haben mir bereits ziemlich deutlich gemacht, dass ich noch etwas auf mich achten muss. Nichtsdestotrotz soll und wird es hier bald wieder weitergehen.

Und während Alma gerade wieder auf mir schläft, frage ich mich, ob diese Zeilen vielleicht ein bisschen zu „privat“ für meine Seite sind, aber ich wünsche mir, dass sie wenigstens einer von Euch da draußen Mut machen. Und sie sollen auch verdeutlichen, dass Hebammen so wichtig für uns und unsere Kinder sind. Ich kann nur unbedingt empfehlen, wirklich früh auf die Suche zu gehen (ja, es ist in Anbetracht der Lage schwierig!), um eine Beleghebamme zu finden, mit der ihr Euch so vertraut fühlt, dass Ihr mit ihr überall ein Kind bekommen würdet.

Diese wunderschönen Fotos zwei Wochen nach der Geburt hat übrigens die liebe Lina Grün von Peekabo Photography von uns gemacht. Sie hat sich vor ein paar Jahren auf Familienfotografie spezialisiert und wurde mir von meiner Freundin Isabel wärmstens empfohlen. Eigentlich hatte ich große Pläne für eigene Fotos, aber als wir nach zwei Wochen immer noch kein ordentliches Foto von uns Vieren im Kasten hatten, wollte ich das lieber einen Profi übernehmen lassen. Mit dem Ergebnis bin ich so happy, dass ich es schon fast schade finde, nicht schon viel früher daran gedacht zu haben. Es werden aber sicher nicht die letzten Fotos sein…

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18 Comments

  1. Mailis Juli 21, 2016 / 8:20 am

    Herzerwärmend <3 <3 <3 Alles Gute!

  2. Eve Juli 21, 2016 / 9:20 am

    Wunderschön <3 tolle zuckersüße Mädchen habt ihr <3
    Alles alles liebe

  3. Anna Juli 21, 2016 / 10:33 am

    Wunderschön geschrieben! Euch alles Gute!!

  4. Jane Jones Juli 21, 2016 / 12:45 pm

    so so so wunderbare persönliche Worte ! Danke. <3

    (ich lese sie so gerne, wenn du möchtest, gerne mehr davon)

  5. Anna Juli 21, 2016 / 12:48 pm

    Wunderschöne Fotos!
    Liebe Ari, vielen Dank für diesen persönlichen Beitrag. Ich lese Dich seit fast 4 Jahren und bin auch Hebamme. Du sahst nach der Geburt von Alma so glücklich aus, dass ich schon gedacht habe, ihr habt eine Hausgeburt gehabt.
    Ich freue mich für Dich, dass Du nun mit der zweiten Geburt vieles wieder „gut“ und heil machen konntest. Und bedanke mich im Namen aller Hebammen für die Werbung und ich wünschte, es gäbe noch viele solche ermunternde Geburtsberichte wie Deinen. Alles Liebe!

  6. Andrea Juli 21, 2016 / 1:53 pm

    Wahnsinnig bezaubernd! <3 Und das mit dem langen Warten, den Zweifeln, den Tränen, das kenne ich auch und war so glücklich immer eine tolle Hebamme an meiner Seite gehabt zu haben. Beim Dritten war ich dann entspannt, habe aber den Termin absichtlich eher vage verkündet ;-)
    Alles Liebe euch,
    Andrea

  7. Susannah Juli 21, 2016 / 3:01 pm

    Liebe Ari

    Ich kann dich total verstehen und du machst mir Mut doch noch ein zweites Kind zu bekommen .
    Denn wie bei dir hat es bei der Geburt meiner Tochter Alice einfach nicht klappen wollen und nach endlosen Stunden von Wehen wurde es auch ein Kaiserschnitt. Und auch für mich war das alles sehr traumatisch.
    Nun ist mein kleiner Schatz 10 Monate alt und deine Geschichte ermuntert mich , Alice vielleicht doch noch irgendwann ein Geschwisterchen zu schenken.

    Danke !
    Susannah

  8. Gloria Juli 21, 2016 / 5:07 pm

    Wundervoller Bericht! Danke fürs Teilen.

  9. Neele Juli 21, 2016 / 7:50 pm

    Vielen Dank für diesen bewegenden Beitrag, ich habe Träne in den Augen. Danke, dass du diese privaten Momente mit uns teilst. Zum Glück ist diesmal alles so gut gelaufen, man sieht den Bildern an, wie unfassbar glücklich ist seid. Ich habe keine Kinder und plane eigentlich auch keine, aber du machst einem wirklich Mut. Vielleicht kommt der Kinderwunsch ja doch noch irgendwann auf… Wenn einem jemand Mut macht, dann auf jeden Fall DU! Liebste Grüße aus Freiburg, Neele

  10. Jocy Juli 21, 2016 / 8:04 pm

    Herzlichen Glückwunsch! So ein schöner Bericht!

    Liebe Grüße
    Jocy

  11. Nina Kristin Juli 21, 2016 / 10:51 pm

    Nochmals herzlichen Glückwunsch zum kleinen Wunder Alma, und während ich mein kleines Wunder gerade stille, versetzt mich dieser sehr private Bericht -Danke dafür!- gedanklich auch 10 Wochen zurück zu meinem Geburtserlebnis, das ich als „Erstgebärende“ (furchtbares Wort!) sicherlich mit deutlich weniger Selbstvertrauen durchgestanden hätte, wenn nicht mein „Hebammerich“ mich vorher bereits unglaublich gut vorbereitet und eingestimmt hätte. Er war zwar nicht bei der Geburt dabei, da keine Beleghebamme, aber dennoch ab der 26. Woche und bis vor Kurzem eine wundervolle Begleitung.

    Und diese kleinen Wesen lassen den ganzen Modezirkus auf einmal ganz weit weg rücken, was sich aktuell auch sehr gut anfühlt. Die Mama wird trotz „Fulltimejob“ so richtig entschleunigt, zumindest geht es mir so.

    Ganz viel Freude mit Alma und der neuen Familienkonstellation!
    Nina Kristin

  12. Jasmin Juli 22, 2016 / 1:09 am

    Ein wunderschöner Bericht!! Und Alma ist ein unglaublich hübscher Name! Alles Liebe für dich & deine kleine Familie <3

  13. Hannah Juli 22, 2016 / 8:51 am

    Danke für die ehrlichen Worte! Das macht Mut in der 38. Woche, in der ich auch anfange zu hadern, ob ich mich nicht von vorne herein für den zumindest „bekannten“ Weg entscheiden hätte sollen… Mein Erster war zu groß, um natürlich auf den Weg zu kommen (und das wurde dann auch erst nach 20h festgestellt) und mit jedem Tag, der nun verstreicht, kommt ein klein wenig mehr Panik auf. Nun ja, jetzt führt kein Weg zurück und die Rufbereitschaften stehen… Alles Liebe Dir und Deiner kleinen Familie!!

  14. Martje Juli 22, 2016 / 9:55 am

    Herzlichen Glückwunsch und alles Liebe für euch 4.

    Danke, für den privaten und so schönen Artikel. Hormongeschwängert wie ich gerade kurz vorm ET des zweiten Kindes bin, hat das Lesen dank Tränen in den Augen etwas gedauert. Auch ich habe mich diesmal für eine Beleghebamme entschieden und hoffe, dass allein das schon einen großen Unterschied machen wird. Du machst mir Mut, dass einige Dinge besser laufen können als bei der ersten Geburt.

    Die Bilder sind ganz herzerwärmend und ihr werdet bestimmt ewig eure Freude daran haben.

    Liebe Grüße, Martje

  15. Katja Juli 22, 2016 / 2:01 pm

    Ari, was für wunderbare Worte! Ganz viel Liebe für euch VIER!

  16. Nicole Juli 22, 2016 / 4:42 pm

    Ich finde es schön, wie du dich uns öffnest und über deine Gefühle redest. Zwar bin ich keine Mama und werde es auch nicht so schnell sein, aber ich kann mir gut vorstellen, dass der Druck durch die ständigen Nachfragen, die ja nur gut gemeint sind, sehr enorm war.
    Eure Fotos sind wunderschön und Luca ist sicherlich eine stolze große Schwester.

  17. Bell Juli 28, 2016 / 2:45 pm

    Wunderschöne Fotos und deine Geschichte hatte ja zum Glück ein ebenso tolles Happy End :)
    Ach schön, ich freu mich für dich und deine kleine Familie.

  18. Jen August 24, 2016 / 12:10 pm

    Danke für diesen nahen Bericht, ich kann vieles so gut nachfühlen – und freue mich sehr für dich, dass die 2. Geburt so anders und positiver verlief!
    Lass dir und euch nun bloß viel Zeit, der Modezirkus verdient es nicht, zu früh beachtet zu werden – die Kleinen sind nur einmal klein… :)

    Und wenn es eine Möglichkeit gebe, mehr Geld und Beachtung für Hebammen zu wählen, ich würde es sofort tun!! Sie sind für mich echte Königinnen und verdienen so viel mehr Respekt und Anerkennung, in jeder Hinsicht!

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